Kategorie-Archiv: Stimme

22. Nov. 2016: 3-jähriges Jubiläum Maidan, Kiew

img_20161121_151954Info aus Kijiv:

3 Jahre nach den ersten Protesten auf dem Maidan haben 18‘000 Polizisten für Sicherheit und Ordnung gesorgt, 3mal so viele wie vor 3 Jahren!

“Saakashvili organized already his own political party, but rumors flow in the air that Poroshenko is ready to deport him to Georgia, where he’ll be put in the jail.”

Putin-Trump: Alles bleibt beim Alten

Der Link Putin-Trump – von den Medien hochstilisiert –hat zwar seine Berechtigung:  Die beiden sind sich jedoch nie begegnet, haben nur Nettigkeiten über die Medien ausgetauscht. Mit dem Amtsantritt von Trump im Januar 2017 beginnt eine Zeit der Realpolitik.

Hier veröffentlichen wir einen Kommentar von Maxim Trudolybov zu den Reaktionen in Moskau:

MAXIM TRUDOLYUBOV schreibt: On the face of it, Russia is one of the few countries in the world that would have welcomed a triumph of Donald Trump, the U.S. president-elect. But the day of Russia’s first reactions to the news from the U.S. made me think that the Kremlin was not really sure it needed a Trump win. More likely it needed a Trump loss.

Some Russians are big Trump enthusiasts, international polls suggest. If other countries could help choose an American president, Russia’s vote would have been for Donald Trump. Of six major non-U.S. states polled by the survey company Pollfish in late October, Russia was the only one giving more support to Trump than to Hillary Clinton, the Democratic Party’s candidate.

But this is probably a reflection of the heavily pro-Trump coverage Russian audiences have been fed on a daily Basis.

….no other news made it onto the three major news channels’ prime-time segments: Channel One, Russia One, and NTV were talking only about Trump, Clinton, and President Vladimir Putin’s early cable of congratulations. “Russia is ready and looks forward to restoring bilateral relations with the United States,” Putin said in his message.

The Duma MPs applauded when they heard the news of Trump’s electoral triumph during a plenary session. Russia’s most famous pro-Kremlin politicians (other kinds are not invited to be on the major networks) welcomed the Trump win. The communist Gennady Zyuganov said President Trump would “make life easier for Russia.” The veteran populist Zhirinovsky was reported to have thrown a celebration party in the Duma, Russia’s lower house of parliament.

And yet it was clear yesterday that the Clinton upset was as much of a surprise for the Russian elites as it was for the establishments in many other countries. 

Konstantin Kosachev, chairman of the International Relations Committee of the Federation Council, the upper house of parliament, told Russia One that he did not expect Trump to win because he “went against the system.” “And the Americans have taught me that the system always prevails,” Kosachev was quoted as saying. “The system” is an important term in the Russian political vocabulary. This vague word usually refers to a combination of direct and indirect influence that the government institutions, media, and punditry have over society. A clever system, in the Russian establishment’s view, is the one that can keep its grip on power while holding elections and paying lip service to other democratic institutions. Many in Moscow are convinced that this is how the U.S. system works and that this is what Russia has to learn from the Americans: the system should always prevail.

My reading of Moscow’s reactions is that the Kremlin only needed Trump as a good story, not as a real counterpart to Putin. Trump the underdog who went against the system and failed would be a protagonist in a saga of a rigged election. Dmitry Kiselev, a journalist often considered Russia’s propagandist-in-chief, was saying last week that the presidential campaign was bound to produce a “lame-duck president since day one.”

“Democracy R.I.P.,” Margarita Simonyan, editor-in-chief of RT, tweeted on election night. Simonyan meant that while Clinton was winning, democracy was losing. She later wrote that she had lost a crate of beer on the Trump win.

I would not be surprised to learn that Russia’s state media were preparing a campaign built around Trump’s earlier “rigged election” claims. It would make perfect sense as retaliation for Hillary Clinton’s statements five years ago that the Russian parliamentary election of 2011 was “neither free, nor fair.” That comment was said to have infuriated Putin, who said at the time that Clinton, by questioning the fairness of the Russian electoral system, signaled to certain actors within Russia to start an anti-government protest. 

The real Donald Trump as president is as enigmatic a figure for the Kremlin as he is for anyone. “What we have heard Trump saying about Russia was campaign rhetoric,” Kosachev, the Federation Council member, said yesterday. “I would expect this rhetoric to tone down in the coming months….  

Right now we should not change anything in our policies toward the U.S.”

The Russia File  -a Kennan Institute Blog- also По-русски- BY MAXIM TRUDOLYUBOV

Trump President: Ein Schweizer Kommentar aus Moskau

Daniel aus Moskau schreibt dem Forum Ost-West:

Unter meinen russischen Freunden und Kontakten herrschte in Moskau die auch in der Schweiz verbreitete Meinung, dass beide Kandidaten zu alt sind.

Putins Anhänger haben Donald Trump vorgezogen- dadurch zu erklären, dass Hillary Clinton in Russland einen schlechten Ruf hat. Im russischen Fernsehen wurde ja behauptet, dass Hillary die Maidan-Demonstranten finanziert hat.

Die russische Propaganda zieht Trump offensichtlich vor, weil er gegenüber Obama und Clinton den Vorteil hat, dass man dem Zuschauer einen “reset” ohne offensichtliche Widersprüche darstellen kann, auch wenn dieser “reset” einseitig erfolgen sollte.  Die Sexismus Vorwürfe haben in Russland das Ansehen von Trump wohl eher gesteigert, nicht nur bei russ. Männern.

Ich nehme an, dass man sich in Russland die Optionen offen halten will: Ein “reset” – auch ein einseitiger seitens der Russen –  ist aber meines Erachtens eher unwahrscheinlich, weil man

  1.  innenpolitisch auf das Feindbild USA (mit den europäischen Lakaien) wohl noch zu sehr angewiesen ist und
  2. die russische Wirtschaft wohl mehrheitlich für Protektionismus ist. Man darf nicht vergessen, dass ein WTO-Beitritt in Russland sehr lange umstritten war und schlussendlich nur mit lauwarmem Interesse erfolgte.

Auch auf westlicher Seite gibt es zudem zunehmend Unternehmen, die von den russischen Gegensanktionen und der russischen Lokalisierungspolitik profitieren, also auch eher daran interessiert sind, dass sich die Lage nicht fundamental ändert.

Polnische Bauern exportieren keine Äpfel mehr nach Russland, aber deutsche Unternehmen Futtermittel für Hühner- und Schweinemästereien und bauen Schlachthöfe in Russland.

Mit besten Grüssen

Daniel aus Moskau

3 Stimmen zum Brexit aus der CH

Die Meinungsäusserungen zum Thema Brexit lauten alle ähnlich:

–         Historie und die nicht erfüllten Hoffnungen von David Cameron

–         mehr oder weniger hohe und mehr oder weniger lang dauernde wirtschaftliche Einbussen

–         Zukunftsszenarien mit den Optionen EFTA, EWR, Alleingang mit und ohne Aufteilung von GB

–         Hinweis auf den Reformbedarf der EU, inkl. mangelnder Handlungsfähigkeit.

Dem ist zurzeit nicht viel Neues beizufügen. Persönlich gehe ich davon aus, dass das UK stark genug ist, sich zu behaupten und seine Position im internationalen Umfeld neu zu definieren.

Offen ist die Frage, inwieweit die EU in der Lage ist, die nötigen Reformen (inkl. bei der Währungsunion) in die Wege zu leiten. Dies wird sich wohl im Laufe des nächsten Jahres abzeichnen.

Dr. Urs Klemm

Hier der Kommentar zum Brexit von Dr. Georg Dobrovolny:

Meine 1. Reaktion war: Brexit bedeutet kein UK- Exit- im Sinne einer absoluten Trennung von der EU, zumal es eine Reihe Verträge vor dem EU-Eintritt gab, die weiter gelten können und die UK hat 2 Jahre Zeit – nach einem  noch nicht gestellten Gesuch an die EU eine neue Regelung bzw. den Exit vom Brexit zu finden.

(Das wäre z.B – im Falle der Tschech. Republik nach einem solchen Referendum-Resultat total anders. )

Nur 17 Mio der gut 60 Mio UK-Bürger waren für Brexit, darunter nur wenige Jugendliche bis 25.

Man kann davon ausgehen, dass das UK-Volk noch einmal – in einem Jahr- befragt wird – auch zu der neuen „EWR“-like Option, die noch nicht steht.

Einen weiteren Beitrag zum Brexit finden Sie auf www.forumostwest.ch/news

Autor: Georg Vancura

 

10.03.16 Demo in Zürich für Nadja Sawtschenko

Die ukrainische Gemeinde und die Vertreter der schweizerischen Öffentlichkeit verlangten am 10.03.16 in Zürich von Russland die Freilassung der inhaftierten ukrainischen Pilotin Nadja Sawtschenko: https://www.youtube.com/watch?v=WPHZ3EvJ0sc&feature=YouTube

Die vor 2 Jahren in der Ukraine gekidnappte und in Russland inhaftierte  Pilotin hat ihren Hungerstreik beendet. Der Druck auf die Kreml-Führung wächst.

Eine Stimme aus der Schweiz dazu: “Es ist schon unglaublich, dass niemand etwas macht. Poroschenko hat sein Versprechen, dass Sawtschenko schon im Sommer (2015) wieder zu Hause sein werde, auch nicht einhalten können. Die Schweiz mit ihren Guten Diensten für RU in Georgien und umgekehrt wäre eigentlich verpflichtet, das Thema anzusprechen. Dass unsere Zeitungen nichts über den Schauprozess berichten, ist peinlich. Über die Demo in Zürich wurde aber sicher auch nichts bekannt, weil sie weder irgendwo angekündigt wurde, noch viele Leute kamen. Ich weiss nicht, was sich da die Organisatoren dabei denken, so etwas nicht breit anzukündigen.. (ich habe jedenfalls nichts davon gewusst). Man sollte auch etwas in Bern machen vor der Russ. Botschaft in der Elfenau oder so .. aber das müssen die Ukrainer selber anreissen.”

 

Gedanken zu Saudi-Arabien

Ich, Jürg Neuhaus, wollte schon früher etwas für den FOW-Blog über Saudi Arabien schreiben. Doch immer hat sich die Situation wieder verändert.

Als einer der in Jeddah (Saudi Arabien) über 20 Jahre gelebt und im Maschinenbau-Gewerbe gearbeitet hat, sehe ich doch recht grosse Probleme – wirtschaftlich als auch gesellschaftlich.

Schon vor Jahren, als der Ölpreis langsam zu sinken begann, berechneten Analysten die gefährliche Schwelle, für Saudi Arabien bei 100 USD pro Barrel. Heute sind es weniger als 30 USD. Im Iran wurden die Sanktionen aufgehoben, das heisst die Iraner werden auch noch Öl auf den Markt bringen, was den Preis weiter senken wird. All die Jahre habe ich für 1 Liter Benzin 49 Halala (12 Rappen) bezahlt. Vor kurzem wurde der Benzinpreis um 50 Halala erhöht. Also verdoppelt. Früher kauften wir pro Woche für ca. 100 Ryal Lebensmittel ein. Vor 2 Jahren, als ich das Land verliess, waren es 250 Ryal. Ca. 80% der Saudis arbeiten direkt oder indirekt beim Staat. Zudem ist praktisch alles in dem Land subventioniert (Wasser, Strom, Elektrizität etc). All das sind Unsummen welche aufgebracht werden müssen. Bleibt der Ölpreis tief oder sinkt er noch, sieht das nicht gut aus. Aber das ist erst der Anfang. Saudi Arabien ist noch ein reiches Land, doch der normale Bürger muss auch schauen, dass er über die Runden kommt.

Rund 27 Mio. Einwohner hat das Land. Wie viele Illegale weiss niemand. Da sind noch 8 Mio. Ausländer, ohne die das Land nicht funktionieren würde. Jedes Jahr kommen 600’000 Saudi- Schulabgänger auf den Arbeitsmarkt, aber alle wollen Manager werden, arbeiten will keiner, denn das ist Sache der Pakistanis oder Philippinos. So sind sie aufgewachsen- für alles gab es zu Hause eine Maid.

Die Jungen sehen aber per Internet, wie andere junge Leute ihres Alters im Westen leben: Man geht mit der Freundin in die Disco, ins Kino etc. aus. Nichts dergleichen gibt es in Saudi Arabien- gesellschaftlich ein riesiges Pulverfass.

Jetzt, wo sich die Amerikaner langsam aus Syrien verabschieden wollen, soll Saudi Arabien Bodentruppen nach Syrien schicken. In Jemen sind sie bereits in einen Krieg verwickelt. Allerdings weiss niemand, wie viele Söldner-Truppen dort kämpfen.

In der Saudischen Armee dienen Schiiten als auch Sunniten. Diese sollen jetzt gegen Ihresgleichen kämpfen, was in einen Bruderkrieg ausarten wird. Das heisst auch wegen den USA der ganze Mittleren Osten destabilisiert wird. Anderen wie Deutschland, Frankreich,  Saudi Arabien usw.  sollen jetzt die Drecksarbeit erledigen – den Islamischen Staat, der von den Amerikanern, mit dem Einverständnis des US-Kongresses aufgebaut wurde, sowie Al-Kaida und die anderen Terror-Organisationen bekämpfen. So was Absurdes soll man verstehen….

Wir, meine Frau und ich, haben uns in Saudi Arabien wohl gefühlt. Wurden immer und überall mit Respekt behandelt. Fühlten uns vor allem sicher. Ob bei Tag oder in der Nacht. Hier in der Schweiz musste ich erst lernen, dass man alles abschliessen muss. Vielleicht sollten einige der Medien erst mal ihre Kommentatoren in ein Land schicken um etwas über das Land und dessen Bevölkerung zu erfahren, bevor man grossartig Artikel schreibt und im Fernsehen Diskussionen führt.

Ich bin so weit gekommen, dass ich weder im Fernsehen die Kommentare oder die Tagesschau verfolge, noch die Zeitungen lese. In Ländern ausserhalb Europas wird jede Art von Presse-Einschränkung an die grosse Glocke gehängt. Doch hier in Europa frage ich mich allen Ernstes, wo die Pressefreiheit beginnt und wo sie endet.

Zum Abschuss des russ. Bombers: Wie die russ. Medien informieren

“In den russischen Medien gibt man zwar  zu, dass die russischen Bomber nur ein 1 km von der türkischen Grenze entfernt waren. Ob das stimmt, können wohl nur Experten mit Zugang zu den Radardaten wissen. Die Russen bestreiten, dass die ihre Piloten gewarnt worden seien. Das sagt der überlebende russische Pilot. Aber war das wirklich der Pilot, der den Medien gezeigt wurde? Glaubwürdig wirkt er auf keinen Fall. Natürlich ist auch die angebliche türkische Warnung zu hinterfragen.

Die russischen Medien berichten, dass die Türken den russischen Jagdbomber als Provokation abgeschossen haben. “Provokation” ist in der Russländischen Föderation wieder ein beliebtes Wort. Ausserdem wird behauptet, Obama habe beim G20 Gipfel in der Türkei Erdogan beauftragt, einen russischen Jet abzuschiessen.

Es wurde auch ein US Beamter gezeigt, der sich bei einem Fernsehinterview in Widersprüche verwickelte. Dies soll offensichtlich die USA diffamieren. Die wirklich bösen sind die USA und Obama. Das ist nicht neu.

Frau Angela Merkel wurde gezeigt, wie sie eine Deeskalation empfiehlt. Das wird als Stimme gegen die USA interpretiert.

Gestern am 26.11.15 sah ich weitere interessante Infos: Erdogan sei ein Komplize des IS, weil sein Sohn eine Tankerflotte besitzt, die Öl vom IS transportiert.

Zudem flog die russische Luftwaffe eine vernichtende Strafaktion gegen die Mörder des russischen Piloten. Die TV Bilder zeigten eigentlich ein Flächenbombardement. Man sah auf den Luftaufnahmen auch Leute auf der Flucht vor Bomben.

Der TV Sprecher sagte, das seien Terroristen und ihre Gehilfen. Man kommt zum Schluss, dass alle Terroristen, oder deren Gehilfen im betroffenen syrischen Gebiet sind. Collateral casualties gibt es angeblich keine….“

Diese Zeilen erhielten wir aus Moskau.

Orban: The Rescuer?

“Viktor Orbán thinks he is the ultimate protector of Europe and Christianity. Indeed, he gets some international support while, at the same time, he continuously gets strong criticism against his migration policy. Inotai points out that Orbán’s migration policy had been inspired by domestic considerations based on populism, hatred and discrimination. It is not Orbán who would be the “rescuer” of Europe but, on the contrary, Europe in general, and the European Union, in particular should be strongly protected and immediately distanced from Orbán’s actions, overall attitude and dangerous visions.”

Prof. A. Inotai, Budapest

Saakaschwili: Neuer Gouverneur von Odessa: Eine Meinung dazu aus Georgien

Poroschenko ernennt Georgiens Ex-Präsidenten Saakaschwili zum Gouverneur von Odessa – Eine Meinung dazu aus Georgien

Warum Poroschenko Saakaschvili nach Provinz delegiert hat, darüber kann man spekulieren: „Will er Moskau provozieren?  Und-oder die “Erfahrung” von Saakaschvili nutzen? Oder ihn loswerden?”

Diese Ernennung Saakaschvili zum Gouverneur von Odessa hat bereits den georgisch-ukrainische Beziehungen geschadet, sagt eine georgische Persönlichkeit.

Was soll und kann Saakaschwili?

10 Jahre lang war er Präsident Georgiens*, Justizminister, ehemaliger Regierungsvorsitzender in Batumi und ehemaliger stellvertretender Innenminister….

*In seiner Heimat wird der Ex-Staatschef wegen Amstmissbrauchs gesucht, in der Ukraine ist er jetzt Gouverneur: Georgiens früherer Präsident Saakaschwili wurde vom ukrainischen Präsidenten Poroschenko zum Gebietschef der Region Odessa ernannt.

“Es gibt viele Herausforderungen in Odessa: die Bewahrung der Souveränität, der territorialen Integrität, der Unabhängigkeit und des Friedens”, sagte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko bei der Ernennung des 47-Jährigen in der Hafenstadt Odessa. Der prowestliche Politiker, der “ein großer Freund der Ukraine” sei, müsse außerdem die Korruption bekämpfen. Poroschenko erklärte, er habe Saakaschwili die ukrainische Staatsbürgerschaft verliehen.

“Neue Ukraine aufbauen”

“Unser Hauptziel ist es, die künstlichen Konflikte hinter uns zu lassen, die dieser wunderbaren Gesellschaft aufgezwungen wurden”, sagte Saakaschwili nach seiner Ernennung. “Zusammen mit dem Präsidenten und seiner Mannschaft werden wir eine neue Ukraine aufbauen.”

Saakaschwili arbeitet bereits seit Februar als Berater von Poroschenko. Er ist einer von mehreren ausländischen Politikern, die für die Regierung in Kiew tätig sind.  Der Ex-Präsident studierte zu Sowjetzeiten in Kiew und hat in der Ukraine seinen Militärdienst geleistet. Von 2003 bis 2013 war er Staatschef Georgiens. Dann wurde er abgewählt und ging ins Exil in die USA. In seinem Heimatland wird wegen Unterschlagung und Amtsmissbrauchs gegen ihn ermittelt.

Die Regierung in Moskau verurteilte die Ernennung Saakaschwilis, in dessen Amtszeit ein Krieg zwischen Russland und Georgien um die abtrünnigen georgischen Provinzen Abchasien und Südossetien im Sommer 2008 fiel. In Georgien geriet der Politiker zuletzt in die Kritik, weil er Soldaten zum Dienst in der ukrainischen Armee gegen prorussische Separatisten im Kriegsgebiet Donbass aufgerufen hatte.

In der NZZ vom 9. Mai schreibt der in der Schweiz lebende russische Gegenwartsautor Michail Schischkin unter dem Titel: “Warum wir am Ende doch verloren haben”:

“Natürlich wünsche ich meiner Heimat den Sieg. Aber wie soll sich dieser Sieg darstellen? Jeder Sieg Hitlers war eine Niederlage für die Deutschen, sein Fall umgekehrt ein grosser Sieg. Zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte hat sich gezeigt, wie ein total besiegtes Volk wiederauferstehen und weiterleben kann – ohne Fieberträume vom Krieg.

Russland dagegen ist vor unseren Augen aus dem 21. Jahrhundert in finstere Zeiten zurückgefallen. Es ist fast unmöglich, in einem Land zu leben, wo die Luft vorsätzlich mit Hass verpestet wird. Auf den grossen Hass folgte in der Geschichte stets das grosse Blut. Was erwartet mein Land? Wird es selbst zu einem riesigen Donbass?

Vater, den Krieg haben wir verloren.”