Zahl der „aktiv“ Erkrankter versus kummulierte Anzahl an infizierten Personen

Seit dem 5.4. spricht die Regierung in Österreich von mehr genesenen als infizierten Corona Fällen. Dies ist einerseits eine Schlüsselinformation für die Gesellschaft andererseits unterstützt sie das Narrativ der Bundesregierung, welche für die bevorstehende wirtschaftliche Öffnung herangezogen wird. Gleichzeitig wird in der Schweiz meist von der kumulierten Anzahl von Infektionen gesprochen, welche jedoch auch die bereits Genesenen und verstorbenen Personen inkludiert. Weshalb? Werden diese Zahlen zur Unterstützung des CH-Narrative „Lockdown“ Verlängerung herangezogen?

Die Genesenen stellen in den meisten Fällen keine Belastung für das Gesundheitssystem mehr dar. Im Gegenteil; mit den produzierten Antikörper stellen sie eine Chance für die zukünftig erkrankten dar.

Der Umgang mit den Daten vom BAG wird auch in der NZZ vom 14.4.20 kritisiert. „Die NZZ und mit ihr viele andere Zeitungen haben sich entschieden, die Daten des BAG beiseitezulegen und mit denjenigen des Kantons Zürich zu arbeiten. So können die Leserinnen und Leser schneller, präziser und breiter über die Corona-Krise informiert werden.“ Das ist nur ein Teilchen der Story:

https://www.nzz.ch/meinung/der-datenumgang-des-bundes-bleibt-fragwuerdig-ld.1551121

Die vorhandenen Daten gehören bei einer mündigen Zivilgesellschaft offen publiziert damit sich das Publikum selbst ein Bild betreffend möglicher Gefahren machen kann. Message und Informationscontrolle hingegen beschädigen das Vertrauen, hüben wie drüben. Das Vertrauen ist ein Schlüsselfaktor  wie gut wir durch Krise kommen.

MZ, 19.4.2020, Wien

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